Geothermie 2026: Den richtigen Atlas Copco Kompressor zur Bohrtiefe wählen

29/05/2026

Die Wärmewende lässt den Markt für Erdwärmesonden in Deutschland explodieren. Wer als Bohrunternehmen 2026 mitspielen will, braucht die richtige Druckluft-Kombination — sonst wird aus dem Auftrag schnell ein Verlustgeschäft.

Geothermie-Boom 2026: Die Zahlen, die jeder Bohrer kennen sollte

Rund 480.000 Erdwärmesonden- und Kollektoranlagen sind in Deutschland heute installiert — jährlich kommen etwa 15.000 neue Anlagen hinzu (Quelle: Bundesverband Geothermie, 2024). Mit dem Wärmeplanungsgesetz wird der Druck größer: Großstädte über 100.000 Einwohner müssen bis 30. Juni 2026 ihre kommunale Wärmeplanung vorlegen.

Hinzu kommt die BEG-Förderung des Bundes: 30 bis 70 % Zuschuss beim Tausch fossiler Heizungen, plus 30 € pro Bohrmeter Sondersatz für Erdwärmesonden. Bohrkalender voll, Kompressor-Verfügbarkeit knapp.

Warum Imlochhammer für tiefe Erdwärmesonden Standard ist

Im Festgestein — Süddeutschland, Österreich, Schweiz, Polen — ist die Imlochhammer-Bohrung (Down-the-Hole, DTH) das Standardverfahren. Typische Bohrdurchmesser für Doppel-U-Sonden DN32/DN40 liegen bei 152–165 mm. Die Druckluft muss zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Hammer antreiben und Bohrgut mit 20–35 m/s nach oben fördern.

Druckluft-Auslegung: Die drei entscheidenden Werte

1. Volumenstrom (FAD, m³/min)

Hammergröße Bohrdurchmesser Luftbedarf @ 24 bar
4" / QL40 108–133 mm 11–18 m³/min
5" / QL50 140–159 mm 17–20 m³/min
6" / QL60 152–216 mm 24–28 m³/min
8" / QL80 200–254 mm 35–47 m³/min

2. Betriebsdruck (bar)

  • Bis 200 m: 24–25 bar reichen
  • 200–400 m: 30 bar werden Pflicht
  • Über 400 m oder hoher Wasserspiegel: 35 bar plus Booster

Faustregel: 10 Meter Wassersäule = 1 bar Gegendruck.

Atlas Copco DrillAir V28, X28, Y35 im Vergleich

Spezifikation V28 X28 Y35
Max. Arbeitsdruck 25 bar 30 bar 35 bar
FAD @ Nenndruck 30,3 m³/min 29,1 m³/min 34,8 m³/min
Dynamic Flow Boost ja ja bis 39 m³/min
Motor Scania DC13 Scania DC13 Scania DC16
Leistung 368 kW / 500 PS 368 kW / 500 PS 450 kW / 612 PS
Emissionsstufe EU Stage V EU Stage V EU Stage V
Gewicht 6,8 t 6,8–7,3 t ~ 9 t

Welcher Kompressor für welche Tiefe?

150–250 m: V28 — wirtschaftlichste Wahl für Standard-EWS bis 250 m mit 25 bar.

250–400 m: X28 oder Y35 — X28 mit 30 bar ist die natürliche nächste Stufe; Y35 für mehrere EWS pro Tag und bis 500 m/Tag Leistung.

Über 400 m: Y35 plus Booster — ab dieser Tiefe wird ein Booster (z.B. Atlas Copco B18) nötig, der von 35 bar auf bis zu 90 bar verdichtet.

Booster: Wann und wie

  • B7 — kleiner Booster, Eingang 10–25 bar
  • B13/B18 — Mittelklasse, einstufig bis 100 bar, zweistufig bis 207 bar
  • Y35 + B18 — Standard-Kombination für Tiefgeothermie

Pro Booster-Stufe etwa 10 % FAD-Verlust. Eigenkauf B18 rechnet sich erst ab 400–600 Einsatztagen — für saisonale Tiefbohrer ist Miete (250–450 €/Tag) wirtschaftlicher.

Wettbewerber im Überblick

  • CompAir TurboScrew — bis 24 bar, keine eigene Booster-Linie
  • Sullair — bis 14 bar, Booster nur über OEM
  • Doosan / Bobcat — Portable bis 14 bar, kein Hochdruck-Bereich

Atlas Copco ist in Europa der De-facto-Standard für 25–35 bar DTH-Geothermie.

Was 2026 für die Branche wichtig wird

  • GeoTHERM Expo Offenburg, 26.–27. Februar 2026
  • Wärmeplanung-Deadline für Großstädte: 30. Juni 2026
  • BEG-Förderung: 30 €/Bohrmeter + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % bis Ende 2028
  • Nur ~8 Top-Unternehmen mit DVGW W120-2 Zertifikat — wer aufrüstet, profitiert

Fazit

Tipp für 2026: Wer 150–300 m bohrt, kommt mit X28 am wirtschaftlichsten weg. Wer Industrieprojekte über 300 m fährt, braucht Y35 plus optional B18-Booster.

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